Deutsche Windsurfing Vereinigung
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28.10.2004
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Entwicklung im Regattabereich nach der ISAF-Entscheidung
über das Olympische Windsurfing Equipment 2005-2008
Die Evaluierungskommission der ISAF hat nach drei Testveranstaltungen (Trials) eine Empfehlung
zum neuen Olympischen Equipment abgegeben. Empfohlen wird der Wechsel auf ein Hybridboard. In
den Trials hat sich dabei das vom Rigghersteller Neil Pryde präsentierte Konzept „RS-X“ gegen den
„Prodigy Light“ der Firma Mistral und die anderen Mitbewerber durchgesetzt. Der Weltsegelverband
wird in Kopenhagen auf dem November-Meeting abschließend darüber entscheiden, welches das
Olympische Equipment für die kommende Olympische Periode (2005-2008) und bei den Olympischen
Spielen in China sein wird.
Die Deutsche Windsurfing Vereinigung (DWSV) unterstützt die Empfehlung der
Evaluierungskommission der ISAF und bittet den Deutschen Segler-Verband (DSV) als MNA
beim November-Meeting in Kopenhagen ein positives Votum abzugeben.
Es ist nach aktuellem Kenntnisstand davon auszugehen, dass die ISAF der Empfehlung der
Evaluierungskommission folgen wird. Eine Entscheidung für ein Hybridboard hätte weit reichende
vorwiegend positive Auswirkungen auf den Windsurfing-Regattasport in Deutschland:
Deutscher Segler-Verband (DSV):
Der DSV wird unmittelbar reagieren und die Arbeit des Bundestrainers und der Landestrainer sowie
die gesamte Kaderarbeit neu orientieren. Da die Hybridboards andere Anforderungen an die Technik
und Taktik der Fahrer stellen, wird sich die Zusammensetzung und Arbeit der Kader ändern. Die
Landesverbände werden dem direkt folgen.
Deutsche Windsurfing Vereinigung (DWSV):
Die DWSV muss als Klassenvereinigung aktiv werden und ein Regattaangebot für die neue Klasse
bzw. das neue Material schaffen. Dies wird zunächst in einer Übergangsphase im Rahmen der
bestehenden Regattaformate Deutscher Windsurf Cup und Raceboardcup realisiert werden.
Im Jugendbereich hat die DWSV mit der Entscheidung hin zu einer Jugend-Einheitsklasse mit einem
One Design Hybridboard (Aloha – BIC Techno 293 OD) die notwendigen Schritte bereits
vorweggenommen.
Clubs/Vereine:
Auch die Clubs werden direkt nach der ISAF-Entscheidung den Wechsel auf das neue Material
vorantreiben. Da die Fördermaßnahmen umgestellt werden, lohnen sich Investitionen. Aufgrund des
Materialwechsels ist die Neuinvestition in Regattamaterial für die potenziellen Träger von
Fördermaßnahmen ( Verbände, Gemeinden, Länder, Bund ) nachvollziehbar und wird voraussichtlich
unterstützt werden.
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Raceboardcup:
Viele der jungen und ambitionierten Fahrer werden vom Raceboard oder Mistral One Design auf das
neue Olympiabrett umsteigen. Neben dem Anreiz, auf neuem Material anzutreten, wird diese
Entwicklung auch durch die „Politik“ des Deutschen Segler-Verbandes, der DWSV und der Vereine
verstärkt werden. Dadurch werden die „alten Klassen“ (Raceboard und IMCO) einen
Teilnehmerverlust verzeichnen. Die Produktion des Mistral One Designs wird endgültig eingestellt
werden. Die anderen Raceboards werden bereits nicht mehr produziert. So wird in einem absehbaren
Zeitraum kein Material mehr für die Longboardfahrer verfügbar sein. Dieser Prozess könnte in einem
relativ kurzen Zeitraum zu einem unterschreiten der „kritischen Masse“ an Teilnehmern führen, so
dass eigenständige Regatten für den bisherigen Longboardbereich keinen Sinn mehr machen. Die
(wenigen) verbliebenen Longboarder würden dann eventuell ein Nischendasein als Sonderwertung
führen.
Deutscher Windsurf Cup:
Auch im Shortboardbereich werden wahrscheinliche zahlreiche Fahrer vom Formula Windsurfing
Material auf das neue Olympia-Equipment umsteigen. Dies betrifft vor allem die jüngeren und
engagierten Teilnehmer. Die Hybridboards erfordern auch „Shortboard-Knowhow“, was diesen
Fahrern eine echte Chance auf die Aufnahme in die Kader bietet. Der Formula Windsurfing Bereich
wird so geschwächt werden. Für die Disziplinen Slalom und Wave-Freestyle ist aber kein negativer
Einfluss zu erkennen. Eher werden Fahrer, die bisher nur im Formula-Bereich aktiv sind und nicht auf
das neue Olympia-Equipment umsteigen wollen, ihren neuen Schwerpunkt im Slalom setzen.
Jugendliche/Nachwuchs:
Die Jugendlichen werden zukünftig sowieso auf einem Hybridboard (Aloha – BIC Techno 293 OD) mit
dem Regattasport anfangen. Der Umstieg auf ein Olympisches Hybridboard ist logischer als ein
Wechsel auf Shortboard oder Longboard.
Zusammenfassung:
Die Empfehlung der ISAF für ein Hybridboard stellt eine einmalige Chance für den Windsurfsport dar.
Nach Jahren der Aufspaltung kann der Shortboard- und der Longboardbereich zusammengeführt und
so die Kräfte gebündelt werden. Das Hybridboard kann sowohl bei Schwachwind auf Binnenseen als
auch bei viel Wind in anspruchsvollen Küstenrevieren eingesetzt werden. Mit einer einheitlichen
Racingklasse kann die Kommunikation des Sportes optimiert und ein einheitliches Regattaprogramm
aus einem Guss von der Basis in den Vereinen, über den Raceboardcup und den Deutschen Windsurf
Cup bis hin zur Deutschen Meisterschaft geschaffen werden. Fördergelder und die Arbeit von
Coaches, Trainern und Kadern können so das persönliche Engagement der Teilnehmer optimal
verstärken. Dieser Prozess kann letztendlich zu einer signifikanten Stärkung des Windsurfsports
führen.
Natürlich ist dieser Prozess auch mit Schwierigkeiten und Aufwand verbunden: So werden die
bestehenden Klassen IMCO, Raceboard und Formula Windsurfing in ihrer Bedeutung und in Ihrem
Umfang (Teilnehmerzahlen, Regattaangebot) zurückgehen. Dies kann ggf. sogar zu einem
Verschwinden dieser Klassen führen. Die Teilnehmer (Vereine, Kader usw.) sind gezwungen neues
Material anzuschaffen. An die Teilnehmer, Trainer und Coaches werden teilweise neue
Anforderungen in Bezug auf Technik, Taktik und Trainingsmethoden gestellt, was Umbesetzungen der
alten Kader und eine Umstellung der Arbeit erfordert.
Notwendige Maßnahmen:
In dieser für den Windsurfsport wichtigen Phase muss die Deutsche Windsurfing Vereinigung in
Kooperation mit dem Deutschen Segler-Verband die Verantwortung übernehmen und eine geordnete
Entwicklung hin zu einer zukunftsträchtigen Regattastruktur steuern. Ziel ist die Schaffung einer
einheitlichen Racingklasse in Deutschland. Dabei muss sichergestellt sein, dass in der
Übergangsphase (2005, 2006) ein Regattaangebot für alle Teilnehmer mit dem bestehenden Material
vorhanden ist. Für die Trainer, Coaches und Kader muss eine geeignete Basis für ihre Arbeit
sichergestellt werden. Gleichzeitig muss aber die Zielstruktur frühzeitig dargestellt und kommuniziert
werden damit alle Beteiligten die Möglichkeit haben, sich auf diese zukünftigen Rahmenbedingungen
einzustellen.