Formula City Tag 1
30.04.05
Teilnehmer:
• Birgit
• 2 x Alexander
• Björn
• Felix
• 2 x Harald
• Klaus

Lehrteam:
• Micha
• Chris
• Flo (UST Rügen)


Wetter und Wind: sonnig, aber leider wenig Wind, ca. 2-3kn



Pünktlich um 10 Uhr begrüßte die Sonne die Seminarteilnehmer zum zweiten „Formula City“ in dem gemütlichen Örtchen Dranske im Norden auf der Insel Rügen.
Das Lehrteam Micha, Chris und Flo (von UST Rügen) konnten somit direkt mit den grundlegenden Themen des Seminars starten.
Entscheidende Fragen zu den Themen Segeltrimm und Boardtrimm konnten direkt und ausführlich beantwortet werden. Nachdem kleinere Problemchen beim Aufriggen beseitigt wurden, konnte die erste, mit Spannung erwartete, Wasserphase beginnen.
Leider spielte der Wind nicht ganz mit... Bei 2-3kn Wind gewöhnten sich die Teilnehmer an das „große“ Regattamaterial. Außerdem konnten die Fertigkeiten und Fähigkeiten im koordinativen Bereich exemplarisch an den grundlegenden Manövern im Formulasport gefestigt werden. Aus schnellen Wenden entwickelten sich schnell Heli Tacks und Luv 360°. Teilweise sogar einhändig!
 

Im Laufe des Nachmittags traf Andrea ein. Sie brachte zwar keinen Wind mit, dafür aber reichlich gute Laune.

Morgen erwartet die Teilnehmer die Themen Fahrtechnik und Pumptechnik.

Aloha Micha und Chris
Formula City Tag 2
01.05.05

Sonntag 1. Mai, Dranske auf Rügen

Der Wind war uns heute gut gesonnen! Leichte 5-9Kn aus Ost reichten aus, um die Gleitschwelle zu überwinden und erste Tipps in Bezug auf Körperhaltung, Pumpen und Formula Wenden und Halsen umzusetzen. Chris mischte sich aktiv unter die Teilnehmer, während Micha vom Boot aus Fotos und Videosequenzen aufnahm.

Parallel fegten auch die „Old School Stars“ der deutschen Regattaszene über den Wieker Bodden. Klaus Sausen und Jörg Volenec sind auch noch auf der Suche nach dem letzten Feinschliff im Material, um am kommenden Wochenende beim DWC Dranske wieder ganz vorne mit dabei zu sein.


 



Im Seminar stand anfangs freies Fahren und Tunen auf dem Programm, während im späteren Verlauf auf Achterslalom mit Formulaboards angesetzt wurde. Zum Ende der Praxiseinheit wurden im Slalom anstatt Halsen, Wenden gefahren, da der nachlassende Wind dynamisches Halsen unmöglich machte. Im Anschluss wurden die Fehler per Foto und Videoanalyse ausgewertet und einige Grundlagen des individuellen Materialtunings besprochen.

 


Der Tag endete mit leckerem „Angrillen“ und heißen Surfvideos an der Surfschule der U.S.T. Rügen.

Ausblick: Morgen soll es hier mit 5-6 Bft blasen! Spannung ist somit garantiert.
Formula City Tag 3
02.05.05
Montag 2. Mai, Live aus Dranske:

So gegen 6.45 Uhr erfasste die erste starke Windböe des Tages die Busse und rüttelte uns wach. Chris und Micha beschlossen den Frühsport auf das Wasser zu verlagern. Freestyle???
Schnell waren die 5.0m² Segel aufgeriggt und schon nahm der chaotische Tag seinen Lauf!!!
Beim in den Neoprenanzug schlüpfen, flaute der Wind ab, und wir riggten 6,7m² auf. Im Wasser angekommen waren auch diese Segel nur mit starken Pumpschlägen ins Gleiten zu bringen. Nach 20min Pumpen wurde der Frühsport beendet, da bis zum Seminarbeginn 9.00 Uhr es noch einiges zu organisieren galt (Boot klarieren, Seminarraum vorbereiten und ganz wichtig Frühstücken).

Plötzlich drehte der Wind wieder auf mit 20 Knoten + und so startete das Seminar mit einer kurzen Theorieeinheit mit dem Thema Slalomstart und Taktik an der Tonne.
Beim Aufriggen des Slalomstuffs flaute der Wind auf ca. 10 Knoten ab und wir zogen gleich die Formulasegel auf.

Wird dieser Tag irgendwann planbar werden???

… der Wind spielte den gesamten Tag „Katze und Maus“ mit uns, wir waren ständig einer Schritt zurück zu seiner aktuellen Entwicklung, sowohl mit der Segelgröße und zu fahrenden Disziplin, als auch mit der Winkelgenauen Ausrichtung des Kurses.
Chris und Micha gaben alles auf dem kleinen 4 PS Motorboot, um bei bis zu 30 Knoten Wind
den Slalomkurs auszulegen und an häufige Winddrehungen anzupassen.

 


Am Start standen dann allerdings nur noch 2 Seminarteilnehmer, die restlichen hatten stark zu kämpfen mit den Bedingungen und kehrten erstmal an Land zurück.
Auch die DWC Master Klaus und Jörg hatten reichlich Dampf in der Tüte!!!
Nach drei Starts brachen wir das Wassertraining ab und gaben den Teilnehmern die Möglichkeit zwei Stunden frei herum zu fahren oder zu relaxen. Danach beruhigte sich der Wind wieder etwas und wir setzten mit Slalomrennen fort. Allerdings waren wir auch hier wieder einen Schritt zurück, denn nach der Kurskorrektur schlief der Wind fast ein, so dass wir in Anpumpbedingungen nur noch ein paar Starts trainieren konnten. Abends absolvierten die Teilnehmer noch eine Theorieeinheit zu Starttaktiken und Linienpeilung an Land.

Fazit: Chris und Micha lernten, dass Regattaleitung nicht immer ein einfacher Job ist in stark variierenden Wetterbedingungen, Gummistiefel im Boot ein hilfreiches Feature für warme und trockene Füße wäre und es auch einmal Spaß macht vom Boot aus die Wasseraktion zu beobachten. Die Teilnehmer waren trotz der chaotischen Umstände zufrieden und streben dem nächsten Seminartag mit Spannung entgegen.
Formula City Tag 4
03.05.05
Dienstag 3. Mai

Heute erwachten wir in dickem Seenebel mit Sichtweite von unter 50 Meter, so dass wir mangels Positionsleuchten und Nebelhörner an Deck der Formulaboards nicht mit dem Wassertraining beginnen konnten. Inzwischen war auch Falk, ein erfahrenes Regattacrewmitglied mit einem DWSV-Boot und Tonnen in Dranske vor Ort. Zusätzlich mangelte es aber auch an Wind und so begann Chris das Seminar mit einer Theorieeinheit zum Thema Start- und Renntaktiken. Zwischendurch gab es keine Wetterveränderungen, so dass nach einer kurzen Pause das Thema „Natürliche Komponenten im Windsurfen und Relevanz für taktische Entscheidungen“ anschloss. Micha war als angehender Geograph voll in seinem Element. Nebenbei wagte er auch einen Abstecher in Sedimentdynamik und Küstenentwicklung und erklärte mit ein paar kurzen Worten die Entstehung Rügens und Küstenmorphologie der südlichen Ostsee.

Es wurde die Zeit gut genutzt bis gegen 13.oo Uhr der Nebel verschwand und die Sonne lachte. Der Wind ging auf 5-7 Knoten hoch und wir legten für ein paar Funraces eine Startlinie mit kurzer Kreuz aus.
Nach drei Rennen hieß der Tagessieger konstant mit drei Siegen Alexander Much, gefolgt von seinem Bruder Felix. Klaus Meißgeier komplettierte das Podium. Die zwei Brüder bekamen den Spitznamen „Turbodümpler“ von den anderen Teilnehmern im Anschluss verpasst.

Chris: „Die zwei sind auf jeden Fall für einen Sieg bei DWC Funraces gut, die könnten mir echt gefährlich werden!“

Der Seminartag endete mit einer kurzen Videoanalyse der Rennen und gemeinsamen Dehnübungen.
Formula City - Tag 5
04.05.05
Der letzte Tag des Formula City Seminars begann vom Wetter her mit Regen und ohne Wind,
so dass wir mit einer Theorieeinheit in Regelkunde begannen. Chris packte dafür ein paar Präzedenzfälle von Regelverstößen und Protesten aus dem DWC Alltag aus, um die graue Theorie etwas aufzulockern. Nach einer kurzen Pause und keiner Wetterbesserung setzte Florian Krämer mit einer Diskussionsrunde über Sporternährung fort.
So nach und nach trudelten die DWC Fahrer ein und es war deutlich zu spüren, dass alle heiß und gespannt auf die neue Rennsaison waren.

Zum Mittag hin ließ zum Glück der Regen nach, aber der Wind wollte immer noch nicht so recht wehen. Somit begann der letzte Theorieteil des Seminars, in dem Micha den Teilnehmern einige Grundregeln für ihr individuelles Materialtuning erklärte. Er hätte sich diesen Teil allerdings auch etwas praktischer gewünscht, indem die Teilnehmer gewonnene Ideen und Erkenntnisse auf dem Wasser direkt im Anschluss ausprobieren sollten.
Die Windbedingungen kann man leider nirgendwo bestellen, also fiel auch die Abschlussprüfung für die Seminarteilnehmer aus. Ursprünglich stand ein Funrace mit allen schon angereisten „Stars und Sternchen“ des DWC’s auf dem Programm, um reale Wettkampfbedingungen zu simulieren. Schade, auch wir (Chris und Micha) wären gerne mal um ein paar Bojen gedüst, bevor es am nächsten Morgen zur Sache geht.

Am Ende fand noch eine kurze Evaluation des Events gemeinsam mit den Teilnehmern statt, denn es ist immer gut zu wissen was es noch zu verbessern gilt.



Allgemeines Resümee: Die Thematik Formula- und Slalomracing wurde inhaltlich gut vermittelt, aber es herrschte leider zu wenig Wind zum probieren der gewonnen Erkenntnisse.

Anschließend wurde in einer kurzen Lehrteaminternen Besprechung angesprochene Ideen zur Weiterentwicklung aufgegriffen.

Also seid gespannt bis zur nächsten Auflage vom Racingseminar „Formula City“!!!

 
Autor: Chris und Micha