Amelie Lux beendet Ihre Regattakarriere
Es waren wundervolle Jahre / Ausbildung zur Physiotherapeutin
Kiel. Deutschlands erfolgreichste Windsurferin, Amelie Lux, hat ihre Sportkarriere beendet. Die Silbermedaillengewinnerin der Olympischen Spiele von Sydney 2000 wird sich fortan ganz auf ihre Ausbildung zur Physiotherapeutin konzentrieren. Das gab die 28-Jährige Oldenburgerin, die in Kiel wohnt und arbeitet, nach reiflicher Überlegung bekannt.
„Es waren wundervolle Jahre mit vielen Höhen und auch harten Rückschlägen", sagt Amelie Lux, „aber ich bereue nichts." Der Hochleistungssport habe sie über Jahre geprägt und immer wieder motiviert. Doch nun sei der Zeitpunkt gekommen, die berufliche Zukunft in den Vordergrund zu stellen. Seit Oktober vergangenen Jahres drückt Amelie Lux wieder die Schulbank. Sie besucht die renommierte Schule für Physiotherapeuten an der Kieler Lubinus-Klinik. Die Ausbildung dauert drei Jahre und erfordert ein hohes Maß an Disziplin und Anwesenheit. Lux: „Das wäre auf Dauer mit dem notwendigen Trainingseinsatz und dem Regattaplan in einer Olympiakampagne nicht zu vereinbaren gewesen." Nach dem Wechsel des olympischen Surfbretts von Mistral One-Design auf das Neil Pryde RS:X für die nächsten Spiele 2008 in Quindao/China hatte Amelie Lux in den zurückliegenden Monaten erste Tests auf dem neuen Board gefahren.
„Es verlangt mit Sicherheit einen hohen Trainingsaufwand, vor allem für mich als Leichtgewicht", so die 1,63 Meter große, nur 51 Kilogramm schwere Athletin, die weit über ihre Fangemeinde hinaus als Deutschlands Surffloh Nummer eins bezeichnet wurde.
„Abgesehen von den Eigenschaften des RS:X ist der Surfsport in der Weltspitze längst zum Vollzeitgeschäft geworden", so Lux weiter, „ein Platz unter den Top Ten wäre mit Abend- und Wochenendtraining allein nicht zu erreichen." Bereits ihre Olympiakampagne für Athen 2004, wo sie Siebte und damit Zweitbeste in der Equipe des Deutschen Segler-Verbands (DSV) wurde, war „Profisport mit Amateurstatus". Trotz schwerer Krankheit im nacholympischen Jahr 2001 (Gürtelrose und Pfeiffersches Drüsenfieber) hatte sich Lux immer wieder durchgebissen und die nationale Ausscheidung auf dem Weg nach Griechenland letztendlich für sich entschieden. 2005 war die beliebte Wassersportlerin noch einmal Kiels Sportlerin des Jahres geworden und hatte bei der Wahl zu Deutschlands Sportlerin des Jahres den 21. Rang unter anderem vor Judo-Gold-Star Yvonne Bönisch belegt.
Vorausgegangen war der Vizeweltmeistertitel in der auslaufenden Mistral One-Design-Klasse, nachdem das neue Olympiabrett im Vorjahr monatelang noch nicht verfügbar war. Neben der Berlinerin Petra Niemann (Europe/Laser Radial) war die Surferin 2005 die einzige A-Kader-Athletin des DSV und hatte den Platz auch für dieses Jahr wieder sicher. Doch beim Wintertraining über Weihnachten im spanischen Cadiz reifte die Entscheidung, das Surfbrett an den Nagel zu hängen. Amelie Lux begann zu spüren, dass der Leistungssport sie jetzt mehr belastete als motivierte. Und das sei keine Basis für weitere Erfolge, so Lux, deren steile Karriere schon 1994 und 95 als zweimalige Jugendweltmeisterin begann. Doch mit der Professionalisierung stieg Jahr für Jahr auch der Aufwand, um vorne mitfahren zu können.
„Ohne meinen Hauptsponsor EWE wäre das nicht möglich gewesen", dankt Amelie Lux dem Oldenburger Energieversorger, der sie seit dem Jahr 2000 unterstützt hat und dem sie auch in Zukunft bei Aktionen zur Förderung der Jugend und der Region verbunden bleiben wolle. Wann sie wieder aufs Surfbrett steigen wird, ließ die Silbermedaillengewinnerin offen, aber „im Frühjahr hält mich bestimmt nichts mehr, da muss ich raus auf die Kieler Bucht"
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Quelle: Amelie Lux