KeikiSurfer - Ein Projekt zur Jugendförderung im Windsurfen

Nachdem uns Jugendliche am Strand auf einige zuvor gezeigte Tricks wissbegierig ansprachen, stellten wir uns die Frage, wie Kids ihr Fahrkönnen schnell steigern sollen, wenn Ihnen keiner dabei hilft. Was ist, wenn die Eltern aus beruflichen Gründen, Geldmangel oder aus wasserfernen Orten Ihre Kinder nicht in Ihrer Sportart unterstützen können, damit sie auch neben den Sommerurlauben am Wasser trainieren können? Und was ist mit Nachwuchssurfern, die oft aufs Wasser wollen, ohne gleich einem Verein, und damit verbundenen Regatten, beitreten zu müssen?

Gerade für Jugendliche mit geringer Größe und Körpergewicht spielt zudem auch das Material eine starke Rolle, um Tricks zu erlernen und um alleine auf dem Wasser zurecht zu kommen.
Wir informierten uns, ob Kids mit hohem Potential eine Möglichkeit geboten wird, ohne dass sie einem Verein beitreten. Wir wollten und wollen den Kids selbst die Entscheidung überlassen, was sie genau mit Ihrem Talent anfangen möchten. Der Spaß, persönliche Entfaltung und der Gemeinschaftssinn spielen bei uns die Hauptrolle.

Im Spätsommer 2004 entwickelten wir (Julia Burkamp & Sebastian Ronneberger) schließlich das Projekt KeikiSurfer (keiki kommt aus dem hawaiianischen und bedeutet Nachwuchs) mit dem Ziel, im Jahr 2005 sechs Kids zu finden, die mit einem hohen Fahrkönnen und Lernbereitschaft andere Kinder motivieren würden, diese Art von Wassersport zu erlernen und gemeinsam mit uns zu fördern. Sebastian hat Erfahrung als Windsurflehrer und Regattafahrer im Deutschen Windsurf Cup, sowie bei Jugendweltmeisterschaften und Julia betreute in Australien Kids, wodurch sie im Umgang mit Jugendlichen sensibilisiert ist. Gerne möchte sie deutschen Kids das Lebensgefühl von Down Under vermitteln. Diese Erfahrungen sind beste Voraussetzungen, um neben der Arbeit bzw. Studium etwas für die Kids zu tun.

So gingen sie auf Sponsorensuche, um dieses Projekt auf non-Profit Basis durchführen zu können. Nach und nach gewann das Projekt KeikiSurfer mehr Fuß, sodass im April das erste Seminar am Ammersee angeboten werden konnte. Insgesamt organisierten sie an 4 Standorten in Deutschland (Ammersee, Steinhuder Meer, Fehmarn & Müritz) Seminare über je 3 aufeinanderfolgende Wochenenden, um den Teilnehmern neue Tricks beizubringen und aufzuzeigen, wie wichtig es ist, mit anderen aufs Wasser zu gehen und sich gegenseitig zu pushen.

Einzige Voraussetzung war, dass jeder Teilnehmer in den Schlaufen und mit dem Trapez fahren konnte, um die Sicherheit zu gewährleisten und alle auf dem gleichen Lernlevel zu halten.
Aus der zahlreichen Teilnehmerzahl und einem Abschlussevent Ende September in Kiel fiel die Entscheidung, welche nicht leicht fiel. Denn neben dem reinen Fahrkönnen sollten die künftigen Teamfahrer soziale Kompetenz, Verantwortungsgefühl und Lernbereitschaft bzw. Entwicklungspotential mitbringen. Diese sechs Jugendlichen erhalten in den nächsten vorerst geplanten 3 Jahren jugendgerechtes Profimaterial und Training an jedem 2. – 3. Wochenende in der Saison. Die Jugendlichen sollen sich persönlich entfalten können, indem sie schrittweise verschiedene teaminterne Aufgaben übernehmen. Öffentliche Auftritte, das Erstellen redaktioneller Beiträge, die Leitung von Seminaren und viele weitere spannende Rollen warten auf sie. Zudem unternehmen die KeikiSurfer Reisen durch ganz Europa, um Sie auf jeder Art von Gewässer fit zu machen, als auch Kids in diesen Ländern das Projekt näher zu bringen.
An mehreren Orten in Deutschland sowie in Italien, Dänemark und Holland bieten Julia und Sebastian in Kooperation mit VDWS-Surfschulen Einsteiger- und Fortgeschrittenen-Seminare an, wo sie und die KeikiSurfer-Teamfahrer mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Ein ganz besonderes Highlight erwartet die Kids bereits in diesem Jahr, wo sie sich auf dem alljährlich auf Fehmarn stattfindenden Surf-Festival an einer Qualifikationsveranstaltung für die Jugend-Freestyle Weltmeisterschaft auf der Karibikinsel Bonaire qualifizieren können.

Im Laufe der nächsten Jahre möchten sie erreichen, dass der „Keiki“ ein Synonym für Jugendförderung in ganz Europa wird. Er soll andere Jugendliche zu ähnlichem Handeln animieren und für den coolen Surferlifestyle stehen.