Sensationeller 2. Platz für Thorsten Luig
Walvis Bay / Namibia: Der für den Surf Club Kiel startende Speedsurfer, Thorsten Luig (31) aus Soest, erreichte beim Saisonfinale der Speedsurfer in der Walvis Bay mit 77km/h den zweiten Platz in der Serienboardwertung. In der Weltrangliste (Serienboardwertung) liegt Luig auf dem 3. Platz.
Die Bucht von Walvis Bay in Namibia gilt als die beste Speedwindsurfstrecke der Welt. Nur hier gibt es starken ablandigen Wind und spiegelglattes Wasser, ideal um beim Speedsurfen neue Rekorde zu fahren. Vom 2. September bis 11. September fand hier das Finale der ISA (International Speedsurfiing Association) World Tour 2007 statt.
Mit dabei der amtierende deutsche Meister im Speedsurfen Thorsten Luig aus Soest, sowie die deutschen Speedsurfer Dieter Gerichhausen (Pinneberg), Wolfgang Lewang (Niederkirchen) sowie Christian Bornemann (Dortmund).
Am 31. August begann für über 30 der 54 Teilnehmer die Reise mit dem 9 Stunden Flug von München nach Windhoek (Namibia). Im Gepäck des Airbus über 5 Tonnen Windsurfgepäck ( immerhin über 100 Windsurfboards und 150 Segel sowie zahlreiches Zubehör. Die Reise ging mit einer 7 Stunden Busreise weiter quer durch Namibia bis zur Walvis Bay (Walfischbucht) an der afrikanischen Westküste. Hier fand das große Finale der Saison 2007 der Speedsurfer statt. Neben 20.000 Euro Preisgeld ging es auch um den Weltmeistertitel in der offenen Klasse sowie in der Klasse der Serienwindsurfboards.
Aufgrund der späten Anreise vieler Teilnehmer entschied die Regattaleitung am ersten Tag nur ein Funrace durchzuführen. So konnte sich jeder Teilnehmer noch einmal von der langen Reise erholen und sich auf das Surfrevier einstellen. Thorsten Luig fand sich schnell mit den hervorragenden Bedingungen zurecht und erreichte einen soliden 7. Platz.
Am zweiten Tag konnte dann endlich das erste offizielle Rennen gestartet werden. Bei guten 5-6 Windstärken erreichten die Surfer Spitzenzeiten um die 40 Knoten. Thorsten Luig steigerte seine gute Form vom Vortag und erreichte den 1. Platz.
„Das war natürlich ein Traumstart in das Saisonfinale“, so Luig. Jetzt galt es die Form zu halten. In einem spannenden Rennen gelang es ihm sich auf den 2. Platz der Serienboardwertung zu platzieren.
Mit Geschwindigkeiten knapp unter der magischen 40 Knoten Grenze (74,1km/h) überraschte der Soester zahlreiche Kontrahenten.
Der folgende Tag sollte der beste der gesamten Regattawoche werden. Die Windvorhersage versprach Windgeschwindigkeiten von 30-35 Knoten, was ideale Windbedingungen für die Extremsurfer bedeutet. Bereits um 13.00 Uhr startete der erste 90 Minutenlauf. Der Wind nahm im Laufe des Tages immer weiter zu, so dass sich die Geschwindigkeiten der Surfer auf der 500 Meter langen Messtrecke erhöhten. Thorsten Luig der konstant über 40 knoten surfte, schaffte es sogar mit 41,4 Knoten ganz nah an den bestehenden deutschen Rekord von 41,9Knoten zu surfen.
Weniger als eine Sekunde fehlte Luig zum Erreichen eines neuen Rekordes.
Der mit GPS –Geräten gemessene Topspeed von Thorsten Luig lag zu diesem Zeitpunkt bei über 80 km/h. „Ein Wahnsinns Gefühl“, so Luig. „Das Adrenalin steigt und steigt.“
Thorsten Luig beendete auch diesen Lauf mit dem zweiten Platz.
Im folgenden Lauf drehte er ein wenig, so dass die Messstrecke nicht mehr im optimalen Windwinkel lag, die Zeiten lagen knapp unter den des vorigen Laufes. Thorsten Luig surfte konstant auf dem zweiten Platz.
In der zweiten Hälfte der Regattawoche nahm der Wind etwas ab, so dass die Spitzenzeiten der Vortage nicht mehr erreicht werden konnten. „Die Bedingungen waren dennoch fantastisch“, so Luig „ jeden Tag extrem flaches Wasser und guter Wind“. Thorsten Luig lieferte weiterhin eine konstante Leistung ab, was er durch die zwei dritte und einem weiteren zweiten Platz bestätigte. Nach insgesamt sieben Rennen und zwei Streichergebnissen lag er somit auf dem zweiten Platz der Serienboardwertung. In der zeitgleich stattfindenden offenen Wertung erreicht Luig einen sehr guten fünften Platz. Unmittelbar vor ihm der Weltrekordhalter Finian Maynard, Serienboardweltmeister 2006 & 2007 Patrick Diethelm, Windsurflegende & 36 facher Weltmeister Björn Dunkerbeck und der neue Speedsurf Weltmeister 2007 Antoine Albeau aus Frankreich.
In einem sind sich alle Speedsurfer einig, die Walvis Bay ist mit Abstand das beste Speedsurfrevier der Welt. Nicht nur das extrem flache Wasser sondern auch der konstante Wind ist eine hervorragende Grundlage für faire sportliche Wettkämpfe bei dem auch der schnellste Windsurfer gewinnt.
Beim Speedsurfen wird die Geschwindigkeit der Surfer auf der parallel zum Ufer verlaufenden 500 Meter langen Messtrecke mit Hilfe einer Video Zeitmessanlage ermittelt. Die beiden schnellsten Zeiten des Surfers während eines 90 Minuten dauernden Laufes gehen in die Wertung ein. Am Ende gewinnt der Surfer mit der höchsten Durchschnittsgeschwindigkeit aus den beiden Einzelzeiten. Der Geschwindigkeitsunterschied der Topsurfer liegt teilweise im hundertstel Bereich.
Die Regatta Namibia war gleichzeitig das Saisonfinale 2007, so dass nun auch die Weltmeister 2007 feststehen.
In der Serienboardwertung :
In der offenen Wertung:
In den kommenden Tagen werden Speedsurfer noch einen Rekordversuch auf der nautischen Meile (= 1852m) Strecke unternehmen. Hier erhofft sich Thorsten Luig gute Chancen auf einen neuen deutschen Rekord.
Christian Bornemann 16. Platz ( Serienwertung, Topspeed 38,65 Knoten)
Dieter Gerichhausen 18. Platz ( Serienwertung) , Topspeed 38,63 Knoten)
Wolfgang Lewang 39. Platz (Topspeed 36,96 Knoten)
Weitere Infos, Bilder und Ergebnisslisten unter:
www.speedsurfing.org
www.speedweek.co.za

