Neil Pryde RS:X Holland Regatta 2006 – Bericht von Wiebke Sradnick

 

Vom 20.05. bis 29.05. waren wir zur Holland Regatta in Medemblik, die gleichzeitig für alle deutschen U19 Sportler die Qualifikation für die ISAF – Jugendweltmeisterschaft war.
In den Trainingstagen vor der Regatta hatten wir jeden Tag sehr starken Wind und ich kam super zurecht. So hoffte ich natürlich sehr, dass der Wind auch bis zur Regatta bleibt.
Am Mittwoch, dem ersten Regattatag, sollte um 14.00 Uhr der erste Start sein. Doch da der Wind zu stark war, wurde der Start immer wieder verschoben. Als schon fast jeder dachte, dass der Wind an diesem Tag nicht mehr nachlässt, wurde durchgesagt, dass wir um 19.30 Uhr starten.
Die erste Wettfahrt lief bei mir sehr gut, ich belegte in einem Starterfeld von 38 Frauen, es starteten nur wenige Juniorinnen, einen 7 Platz. Gegen 21.30 Uhr, als die Sonne schon untergegangen war, kamen wir nach und nach wieder am Strand an. Ich bin noch nie in meinem Leben so spät eine Wettfahrt gefahren.
Doch dann, an den nächsten 3 Tagen, war der Wind nicht mehr auf meiner Seite und legte eine Pause ein. Wir hatten Leichtwind. Den Vorsprung, den ich mir zur nächsten deutschen Juniorin herausgefahren hatte, schmolz dahin und nach 6 Wettfahrten hieß es Gleichstand.
Besonders hoch konzentriert zog ich dann auch noch bei der kommenden Wettfahrt zu früh an. Zum Glück sagte mir mein Instinkt, dass das ein Frühstart war. Ich korrigierte, in dem ich zurück hinter die Startlinie fuhr und neu startete. Nun hieß es Vollgas geben, denn ich war weit hinter meinen Gegnern. Ich holte noch einige auf, doch eine gute Platzierung wurde es nicht mehr. Somit hatte ich an diesem Abend 11 Punkte Rückstand zu Moana und wir hatten am kommenden Tag nur noch eine Wettfahrt.
Aber zum Glück ist eine Regatta immer erst am letzten Tag zu Ende und der Sonntag sollte mein Tag werden. Schon am Morgen, als ich aus dem Fenster sah, war schöner Wind.
Unser Regattakurs war dieses Mal viel weiter draußen gelegt, als an den anderen Tagen und somit hatten wir auch eine höhere Welle.
Hatten meine Starts die Woche über immer richtig gut geklappt, startete ich diesmal katastrophal. Aber mit einem super Speed holte ich kräftig auf. An der ersten Tonne war ich ca. auf dem 10 Platz. Doch ich wusste, dass dieser Platz nicht reicht. Auf Vorwind pumpte ich noch an drei Gegnerinnen vorbei und in der 2. Runde holte ich noch zwei auf.
Den 5. Platz fuhr ich dann sicher ins Ziel. Moana wurde Neunzehnte. Somit hatte ich die Qualifikation doch noch mit 3 Punkten Vorsprung gewonnen.
Jetzt freue ich mich riesig, dass ich nun zum 4. Mal zur ISAF- Jugendweltmeisterschaft fahren darf. Bei den Jungs konnte sich Christian Freimüller qualifizieren. Wir beide werden nun vom 12.07. bis 21.07. Deutschland in Großbritannien/ Weymouth vertreten