Formula Windsurfing Euro-Cup Portimao
Bericht von Andy Abendroth GER-66 über Choppy Water
Zurzeit findet mit
dem Formula Windsurfing Grand Prix in Portimao gerade ein Windsurfing Euro-Cup statt. Dabei setzt
sich die positive Entwicklung des verstärkten internationalen Engagements
deutscher Fahrer fort. In Portimao halten Wolfgang Draschner und Andy Abendroth die deutsche Fahne hoch. Hier
der erste Bericht von Andy nach dem ersten Regattatag:
... nach zweieinhalb
Jahren Wettkampfpause, stürze ich mich gleich in einen Formula
Grand Prix. Das kann eigentlich nur schief gehen, dachte ich mir noch auf der
kurzen Fahrt von Tarifa nach Portimao.
Leider fiel der Euro-Cup in Leucate wegen Windmangels
aus. Also komme ich nun mit fehlender Wettkampfroutine zu einen
Event der Topfahrer. Steve Allen, Gonzala Costa Hoevel, Michal Polanowski, Dennis
Littel, Alberto Menegatti
und viele mehr sind dafür gemeldet. Nach der EM in
Santa Pola, kommen nun alle mit perfekt eingestelltem
Material. Oh Gott, worauf habe ich mich da eingelassen, als Matthias Regber
mich dazu überredete, hier zu starten!
Nach einem recht
windigen Inscription-Day, mit kurzer Sondierung der
wirklich perfekt organisierten Örtlichkeiten, Pool, Duschen am Strand, der
passenden weiblichen Beach-Deko, Chillout-Area, WIFI-Bereich,
Materialzelt, Catering, Fahrerparkplatz und das Ganze mit eigenem Filmteam inclusive, ging es erst mal ans Aufriggen. Einige Fahrer
waren sehr erstaunt das es nun auch von TheLoft Formulasegel gibt.
Mit nur 2 Größen so ist die Planung von Monty Spindler (früher A.R.T.) können
wir die gesamte Windrange bei Formula abdecken. Warum
sich auch mit einem 12er abmühen, mehr Mast, Gabel und Gewicht... Nun werden
wir sehen, ob sich meine Mitarbeit in der Segel-Entwicklung bei Monty Spindler
gelohnt hat. Die vielen Stunden an der Nähmaschine und auf dem Wasser beim
Testen seit Oktober müssen sich doch irgendwie bemerkbar machen.
Und dann so
ein Tag um dies festzustellen: Side-Onshore Bedingung
mit Sylter Shorebreak, (der halbe DWC würde seine
Freude haben!) draußen im 1.Rennen fette 20 und mehr Knoten, Wellen die in
einem Teil des Kurses als Kreuzseen laufen weil sie von einer großen Felswand
im Osten der Bucht zurückgeworfen werden. Leichte Bewölkung und nur 18 Grad
Luft... nicht typisch für diese Jahreszeit an der Algarve!Normalerweise herrschen hier jetzt geradezu
sommerliche Temperaturen und der Wind bläßt side-offshore mit 12-20kn, dazu perfektes „Formula Flachwasser“.
Noch schnell´ne Finne gewechselt, kurz nach dem Wind gefragt
(11-14kn, das ich nicht lache!), draussen fliegen
gerade die BRA´sis mit 11,6 davon. Gut dann nehme ich
eben das Elfer. Tja, schon auf dem Weg zum Start,
welcher direkt vor dem Regattaplatz gesetzt wurde, merke ich dass das 9,5 wohl
eher angesagt wäre... Leider nur noch 20 Sekunden, dann muss es wohl erst mal
so gehen. Fliege nun voll angenagelt, als einer der letzten über die Startlinie
und versuche irgendwie das ganze Geraffel zu managen.
Der Kurs ist eigentlich ganz einfach, wären da nicht
diese verfluchten Wellen von 1-2m draußen und man ist einfach viel zu schnell
dafür! Komme irgendwie zu Luvboje, schaue mich um, sehe Wolfgang Draschner irgendwo hinter mir, vor mir die üblichen
Verdächtigen aus dem „Ostblock“, LAT, POL, EST....
Also Downwind runter. Ja, halt... was ist denn das? Das Segel
ist viel zu gross, der Winkel will nicht nach unten
gehen und dann auch noch diese besch....... Wellen.
OK, einfach nur runter irgendwie. Wo ist meine Chickenstrap?
Gibt’s nicht?!? - also im Spagat runter zum Boot und dann wieder rauf zu Upwindmarke. Noch einmal das ganze runter, inklusive der
Startboje, durchs Ziel, ran an die Beach und das 9,5er holen. Aufrödeln und gleich wieder raus da Back-to-Back.
Kurz durchatmen, noch knapp ne Minute...
Neben mir
Fernando Martinez der spanische Formula Champion und
eigentlich Test- und Trainingspartner, schaut ganz schön gestresst. Ich verkneife
mir einen Spruch, lege an und ballere mal wieder über die Linie, ok da vorne sehe ich Steve,
Costa, Alberto Menegatti und Wilhelm Schurmann, also
hinterher. Was für ein Witz, hinterher? Heiße ich Michael Schumacher? Lege um
und sehe Fernando fast 300m unter mir, war also doch kein so schlechter Winkel.
Endlich die Luvboje. Mann, hätte ich nur die Finne gewechselt. Nun auch noch
die Halse versemmelt, viel zu früh und wie auf der
Grandmaster-WM gehoppelt.
Das kann nicht war
sein! 5 baltische Kollegen gehen innen durch, weil ich 2mal mehr halsen muss.
Also wieder hoch zur berühmten Marke („Ich krieg euch schon!“). Gut das 9,5er
läuft geil, komme vor dem schnellsten Master und eigentlich direkten
Konkurrenten EST-202 an der Boje an, wow, POL-16 hinter
mir, nun Gas geben und runter, vor mir taucht ein entkräftetes Mädel auf ihrem
Board sitzend auf. Links oder rechts vorbei? Entscheide mich für links,
eigentlich LEE, da taucht urplötzlich ein Rigg aus dem Wasser auf. Ausweichen,
nicht möglich, Vollspeed in ihr Top gerauscht, einmal
überschlagen, meinen polnischen Wortschatz erweitert bekommen, wassergestartet
und wieder dem Esten hinterher. Oh nein, 7 Jungs durchgelassen, ich glaube es
nicht! Im Ziel dann nur 16ter.
Der
Verzweiflung nahe, erreiche ich das Ufer, nun ist mal kurze Pause, Finnen
wechseln (Dank an Naumi! - die neue Hurricane Jani-Version will
richtig nach vorne!), was trinken und schon geht’s wieder raus. Claudio der
famose sizilianische Regattaleiter vom Lago di Garda ist nicht nur dort berühmt
für seine Taktik, ein Rennen nach dem Anderen, in kürzesten Zeitabständen zu
starten. Nun zieht er schon wieder Blau-Weiß und grinst nur lässig vom Boot.
Noch 4 Minuten. Schnell noch eine Shorebreak-Session
mit Formula-Gesörf, puh, geschafft! Noch 1:30 auf der
Uhr, entscheide mich kurzfristig für einen Backbordstart. Noch 40 Sek. Ich
wende vor POR-5 und knalle auf die Linie zu. Respektvoll lasse ich Steve und
Gonzalo sowie Wilhelm vorbei, schummle mich bei genau Null vor Fernando über
die Linie. Strike! - die freie Fläche da vorne,
gehört mir. Einmal umgelegt und schon bin ich
mit den Schnellsten an der Luvboje, vor mir nur die anderen Kontinente: AUS,
BRA, ARG. Ich falle als 6.ter ab und gebe Saures.
Und wieder das gleiche Spiel, halse mal wieder zu früh und wie die alten Herren
am Bodensee beim Clubrennen. :-(((
Unten immer
noch unter den ersten Zehn, also wieder rauf , sehe
Fernando ein bißchen unterhalb versetzt, upwind kämpfend mit 10,7qm. Wie entspannend da doch das
9,5er Segel ist! Ich lasse die Kiste laufen. An der Luvboje bin ich immer noch
unter den ersten 10, Waaahnsinn! Höre hinter mir den
Klang von in Wellen einschlagenden Carbonlaminaten.
Die Jungs sind echt schnell! Ich muss leider nachgeben, habe Downwind mit meinem 9,5er bei abnehmenden
Wind kaum eine Chance gegen die grossen Lappen zu
halten. Dennis Little NED-13, Janis Preiss LAT-23,
Miguel Martinho POR-5, Martin Ervin
EST-202 rauschen vorbei. Trotzdem im Ziel 13.ter. Na geht doch!
Das nächste
Rennen mal wieder Back-to-Back, schade das der Wind
nicht mehr so konstant war und die Finne ein bisschen zu wenig Auftrieb hatte,
dazu noch ein paar kleine Fehler und ruckzuck reichen die mich durch! Finish
als 19ter. Endlich Feierabend!
Nach
Durchsicht der Ergebnislisten bin ich gesamt auf dem 18. Platz. Kann nur besser
werden! Die Windvorhersage verspricht wieder mehr Offshore-Wind
für die gesamte Regatta und damit idealere Bedingungen zum Formula
surfen.
Schade nur das so wenige von Euch DWC-Cuppern
hier sein können! Klar geht der DWC vor. Aber nächstes Jahr empfehle ich jedem,
einen Billigflug nach Faro zu buchen, den kostenlosen
Shuttle-Service des Hotels zu nutzen und zum Schnäppchenpreis (70€ die Woche!)
in einer der Villas am Strand zu wohnen! Ein Auto ist
auf Grund der kurzen Distanzen hier nicht nötig.
Saludos aus
Portugal,
Andy Abendroth GER-66
2.Tag
Auch der zweite Tag
des Formula Windsurfing Grand Prix Portimao brachte wieder perfekte Bedingungen. Es gab drei
weitere Rennen am Strand von Alvor. Unser DWC-Vertreter Andi Abendroth erlebte abermals einen
interessanten Tag...
"Dieser Tag stand unter dem Motto, alles oder
nichts, wo bei ich eher zu nichts tendierte... Nach einer stürmischen Nacht,
mit hohen Wellen erwachte der Grand Prix recht spät. Die Regattaleitung hatte
das Skippers-Meeting auf 12 Uhr (in Deutschland 13
Uhr) angesetzt.
Pünktlich,
wie es einem ordentlichen Italiener gebührt, erschien Claudio mit einem neuen
Kursdiagramm, der nach dem üblichen doppelten Up&Down,
noch einen kleinen 3-Bojen Slalom Richtung Beach beinhaltete. Angesichts des
mittlerweile seit gestern noch höheren Shorebreaks
und dem auffrischenden Wind eigentlich unfahrbar, aber bestimmt lustig zum
Zuschauen. Jedoch hielt sich das Racekomitee eine
Option auf den Kurs von gestern offen, diese sollte durch Flaggen auf dem Boot
angezeigt werden.
Die
Fotografen und Kameramänner, in voller Hoffnung auf sensationelle Bilder (im
Gegensatz zum DWC wird hier schonungslos über Materialbruch berichtet ;-)),
brachten sich schon mal in Stellung... Dann verging so manche Stunde, bis das
Startboot am richtigen Platz war, denn schon beim Ablegen im Hafen, wurde einer
der Mitfahrenden durch den Wellengang ernsthaft verletzt und in das Hospital
gebracht. Gute Besserung an den armen Kerl von hier aus.
Nun der Kurs war
schnell gesetzt, der angehängte Slalom gecancelt und
wie immer 12-14 Knoten angesagt. Glaube nie einem Südländer, dachte ich mir und
hielt nur mal zu Probe meinen Windmesser am Strand in die Höhe. Aha, 17- 22 kn
Maximum 24. Deswegen auch Steve Allen testenderweise
mit “nur” 10qm unterwegs. Capt. Flodder
alias Wolfgang Draschner schon das 8,8er
vorbereitend, meinte nur:“Wenn ich durch den Shorebreak komme, gibt’s Extra-Punkte.“ Recht hat er ! Die beiden Mädels im Feld, hatten angesichts der „Beachstart-Probleme“ schon einmal alle Rennen für heute
gestrichen. So, schnell das 9,5er aufgezogen, die Finne von gestern rein und ab
dafür...
Wenn es
nur so einfach gewesen wäre, erst mal 3 Minuten vor den Wellen stehen, die
ruhigste Phase abpassen, rein mit der Kiste und raus zur Linie... Noch 2:30... Schaue
so durch das Feld, aha da ist der Meister, nicht der mit der „Platte“, gemeint
ist der Mann mit dem Hut aus Australien. Er startet Backbord, erscheint mir
auch die beste Lösung. Fahre nun etwa 20 Meter hinter ihm los. Mein Gott kommen
die Anderen, bei diesen Bedingungen schnell entgegen. Sehe ein
Lücke, schiesse durch und halte einfach mal hin.
Super komfortabel geht es Upwind, kann sogar ein
bisschen höher Punkten als Steve, lege im letzten Moment kurz vor dem Strand um,
gerade noch eine sich bedrohlich aufbauende Welle vor mir gemeistert, ziehe
hoch und verpasse diese vermaledeite Boje um 2 Meter, ich glaube es nicht.
GRRR, wäre Erster gewesen. Gehe dann als 4ter vorbei und werde unaufhörlich
gejagt, sehe wieder Mal ein paar Südamerikaner viel tiefer und schneller Downwind reiten. Kurz vor der 2. Marke dann etwas mehr
Wind, bedeutet in diesem Moment fast Out of Control.
Anlegen und noch mal hoch, Wind nimmt immer mehr zu und ich werde beim 2. Downwind absolut durchgereicht – am Ende 12ter.
Zurück zum Beach,
schnell die Finne raus, die FRB 4b mit 6 Grad rein und wieder durch den Shorebreak. Dann ein trockenes Knacksen und die
Verlängerung ist ab. Verfluche den Billigschrott aus Tarifa und versuche das komplette Zeug, durch den Break
zurück, an die Beach zu bringen. Gelingt mir
sogar, leider mit geringem Blutverlust.
Nun,
dann schaue ich mir das mal vom Land aus an. Kurz eine Verlängerung gewechselt,
beim Catering vorbeigeschaut, einen Stuhl organisiert und dann schön entspannt
die 2.Runde des 6.Rennens genossen. Costa Hoevel ganz
weit vor Alberto Menegatti, Hubert Mokrzycki und Michal Polanowski,
Steve Allen nur auf 5. Was ging denn da ab? Dazu eine nette Shorebreak-Session der üblichen Verdächtigen, gepaart mit
Hilfe anbietenden und im Weisswasser stehenden
Regattakollegen.
Das letzte Rennen
wurde dann auch noch gestartet, mittlerweile ging die private Messung des
Windes gegen 24-28 Knoten, wie gesagt am Strand. Matthias berichtete gerade
16-18kn Maximum bis 20 wurden auf dem Boot gemessen, schon klar Alter ... Schon
auf dem Weg zu Startlinie, merkte ich dass, das wirklich nur noch ein
Überlebensrennen werden würde. Upwind war wirklich
nur Gekrampfe mit einem fliegenden Starboard 160, dazu ein 9,5er. Über den olympiareifen
Downwind-Spagat will ich lieber gar nichts sagen. Sehe um mich herum kapitale Schleuderstürze mit
Segelversenken. Selbst die TOP 5 liegt öfters mal im Bach. Ich bekomme das
Rennen in der Zeit als 16. beendet .
Yippie, no more races today. 3 Rennen, eigentlich
nur 2, ich fühle mich wie nach tot, da gibt’s nur noch eins: Ab unter die
Dusche, beim Sanitäter vorbei, dann zum Buffet und ins Bett.
Gute
Nacht und bis Morgen,
Andy Abendroth GER-66
3. Tag
Der dritte Tag mit sensationellen
Bedingungen auf dem Wasser. Insgesamt zehn Rennen wurden bereits gesegelt. Die
Belastung scheint langsam aber sicher ihren Tribut zu fordern. Hier der dritte
Bericht von Andi Abendroth vom Formula Windsurfing
Grand Prix Portimao:
"Der dritte Tag,
01:20 Uhr (NACHTS!!!) Schönen guten Morgen aus Portimao,
ich stelle gerade fest, dass der dritte Tag schon angefangen hat, irgendwie
habe ich mich wohl zulange mit anderen „Dingen“ beschäftigt, dabei das eine
oder andere alkoholhaltige Getränk an der Hotelbar geleert, „Sinnlos-Fussball“ geschaut (Milano hat außerdem 3:0 gegen
die Angelsachsen gewonnen) und nebenbei im Netz „gearbeitet“. Nehme mal kurz
´ne Mütze voll Schlaf und melde mich später wieder. Gähn !!!
8:30 Uhr
Hurra, die „Welt“
hatte mich wieder. Die Sonne weckte mich recht früh, durch das Fenster heute
morgen. Gut so, damit blieb mir erst mal etwas Zeit für kleinen
Reparaturen an Gabelbaum und Brett vor dem Frühstück. Schnell mal den Grip wieder dran geklebt und 1-2 Löcher im Board repariert.
Nun konnte der Wind kommen. Aber nichts da, erst mal herrschte Flaute. An der
Strand keine Menschenseele. Portugal schlief noch, die Fahrerkollegen träumten
gerade noch von Easy-Laydown-Jibes oder Horror-Shorebreak (jedem wie es ihm gebührt, hehe). Da
lockte mich auch schon der Swimmingpool mit einer Abkühlung. Hätte ich doch
bloß nicht die kleine rote Fahne am Beckenrand übersehen. Nach einem
mehrsprachigen Auf-klärung seitens des Mannes vom
Pool (sieht aus wie David Hasselhoff mit 85 Jahren),
das Baden im
Moment nicht erlaubt sei und erst recht das Springen vom Rand, beruhigte er
sich wieder und wir kamen ins Gespräch. Er verstand sich als örtlicher
Wetterguru und deutete an, der Wind käme gegen 13 Uhr und drehe auf
schrägablandig. Freude auf vernünftige Formula-Bedingungen
machte sich schon mal in mir breit...
14:00 Uhr
Endlich ist der
Wind da, wie der Baywatcher gesagt hat, sideoffshore und mit 10-14 Knoten. Irgendwie will das
trotzdem heute auch nicht mein Tag sein. So eben habe ich den Backbord-Start
komplett versemmelt, nun dümple ich im Abwind der wirklich Allerletzten dahin. Entscheide mich weiter
Richtung Strand zu halten, vielleicht bekomme ich ja´ne
Glücksböe und kann mit
einmal Wenden, direkt zu Luvboje rauschen. Nun wird
kurz vor dem immer noch respektablen Shorebreak
gewendet, dabei zum Strand geschaut. Mensch da kommt wirklich so eine
nördlichere Walze angefächelt, also die volle Pressung direkt zur Marke. Geil,
die Kiste läuft extrem hoch, hoffentlich reicht der Wind auch Downwind?
Sehe wie Steve
Allen gerade den Downwind über die Strandseite wählt.
Also folgen wir mal. Schietkram, das war´s nicht,
fett eingeparkt auf Downwind, sogar der Draschner ist oben rum gefahren. Ok,
kommt ja noch eine Runde. Diesmal verlasse ich mich nicht auf die Wunderböe und
fahre in der Mitte mit 2 mal mehr Wenden. Habe vorhin
ganz schön verloren, kann etwas aufholen, reicht aber nicht für die Top 15 und
damit für das Vordringen in das Preisgeld.
Das nächste Rennen
gleich Back-to-Back. Reihe mich das erste Mal auf
dieser Regatta in die Schlange der Steuerbord-Starter ein, direkt hinter Fabio
Mela BRA-74. Kurz vor dem Boot, zwängt sich nun das einzig verbliebene Mädel,
Madame Europameisterin POL-19 rein und bleibt am Boot stehen. Ich schreibe hier
lieber nicht, was sie von mir zu hören bekam... Warum muss das Huhn auch
stoppen, sind ja hier nicht beim Mistral One-Design!
Nun kurz unten durch und dann schön mal wieder den Abwind der komplette Fleet
ausnutzen. Eine schnelle Wende, damit ich wieder die Richtung zum Strand habe –
genau dahin wo die hilfreichen Dreher sind, hoffe ich. Pech gehabt diesmal
schön die Aussicht von hinten auf das Rennen genossen. Dann in der 2.Runde noch
mal ran gekommen, die falsche Richtung Downwind
eingeschlagen und von POR-11 (danke Ruiz L) direkt an der Downwindmarke mit Vorfahrt
zusammen gefahren worden. Das Endstück gebrochen, ein paar der Balten mal
wieder durchgelassen und mit einem „Riesen-Hals“ an den Strand gekommen.
Zwar ist nun eine
Pause angesagt, aber woher mal schnell ein Endstück für einen alten
Pryde/Fiberspar-Boom bekommen? Der Draschner´sche
Gebrauchtwarenhandel ist im Moment auf Grund der Abwesenheit des Inhabers
geschlossen. Gut dann nehme ich halt eines von meinen Pryde-Wavegabeln,
wird schon gehen, ist ja nur ein Rennen noch. Schnell versuche ich das Rigg
zusammen zu bauen, aber der verfluchte untere Camber
will nicht auf den Mast gehen. Die Zeit verrinnt, da hilft auch fluchen nicht.
Höre im Hintergrund das 5min-Signal, oh Mann. Ruhig
Blut Alter, wird schon reichen. So schnell noch ´ne Notkonstruktion für die
Achterlieksverstellung dran und raus aus dem Materialzelt. Frage den anwesenden
Regattahelfer nach der Zeit. Er lächelt nur Müde und zeigt nach draussen... In diesem Moment startet das gesamte Feld ohne
mich, das kann doch nicht wahr sein. Auf dem Weg zu Startlinie beginne ich über
Rachemöglichkeiten gegenüber POR-11 nachzu- denken. Im heissen
Sand für den Rest der Regatta eingraben ist glaube ich nicht hart genug... Mit
abgebrochenen Carbonlatten 1 Stunde auspeitschen
schon eher... Endlich über die Startlinie und hoch zu Marke. Komme da als 25ter
an, na super. Runter diesmal ohne Sperenzchen, der Trimm ist wirklich gut
obwohl in voller Hektik aufgebaut. Sehe Capt. Flodder fast 800m vor mir schon auf Upwind.
Bloss nicht hinter ihm im Ziel ankommen, sage ich
mir. Oben sind es dann nur noch 200 Meter. Kurz vor der letzten Halse auf Downwind, gehe ich innen durch und komme gerade noch vor
ihm in das Ziel. Glück gehabt, ist zwar eh nur ein Streicher, aber gut für das
Gemüt (grins).
Zurück zum Strand und dann den Nachfolgern beim Shorebreak helfen. Wolfgang präsentiert heute mal eine neue
Version, so á la „ich lasse mich unter meinem 12er von einer Schwimmbeckenfüllung
auf dem Grund festnageln. Auch eine Art zu Sterben, denke ich mir und helfe ihm
aus der Situation. Viel Bruch gab es heute nicht. Bis auf eine, komplett im Weisswasser mit Grundberührung, abgebrochenen Deboichet R13. (Murphy´s Gesetz – es war die von POR-11, welch Wohltat).
Dazu hatte sich das zweite polnische Mädel beim Starten mit zu Hilfenahme ihrer
Deboichet-Abströmkante (aua) den Fuss
ganz „lecker“ zwischen den Zehen aufgeschnitten. So grob, das sich Matthias
nicht traut, die Bilder online zu stellen.
Ach ja Gewinner gab
es heute auch, der Mann mit Hut und Costa Hoevel
teilten sich heute die Siege. Unglaublich aber ist hier der eigentlich
unbekannte Fabio Melo BRA-74, kommt mal schnell aus
Südamerika angeflogen, bastelt sich so eine schweineteuere Kashy-Finne
(mit null Twist und super viel Flex) unters Starboard und rauscht so - mir nichts, dir nichts- auf den
3.Platz. Ich muss wohl mal rausfinden, wo es die Carbonteile gibt und was sie kosten. ;-)
Soweit aus Portimao,
Andy Abendroth
GER-66
4.Tag
Schönen guten Tag
aus der Algarve...
Nachdem nun
Matthias diese kleine Aneinanderreihung von Erlebnissätzen, als Andy´s Welt bezeichnet hat, muss ich doch leider
feststellen das dies im Moment zeitweilig eher nicht meine Welt ist.
Erstens sind alle, der Langfinnen-Rider hier, fast 1,5 Köpfe größer als ich.
Zweitens bekommen Sie dazu noch alle möglichen
Annehmlichkeiten ihrer Materialsponsoren in punkto Hightech. Drittens verfügen
sie über eine unglaubliche Zähigkeit in Bezug auf das Benutzen von Segelgrößen
in nicht dazu passenden Winden. Eben absolute Weltspitze.
Nicht das
ich schlecht ausgestattet wäre, aber mit einem Starboard
160 ist mann/frau hier absolut nicht Up-to- Date. Nach meiner persönlichen Jahresstatistik 2007 war
heute der 79. Tag an dem ich dieses Jahr auf das
Wasser gekommen bin. Damit müsste ich doch eigentlich mithalten können, dachte
ich zuerst. Aber nein, während dem ich meinen Körper, schon nach dem ersten
Tag, eben geradeso an den Strand gebracht habe, (Immerhin 70 Meter) turnte der
Erste gestern schon um 9 Uhr mit so einem 11,6er
bei knapp 20 Knoten auf dem Teich rum. Unbegreiflich!!! Die Rennen fingen doch
frühestens um 13 Uhr an.
Schnell mal
aufgewacht, den Stuff koordiniert. Komische Fragen
von norddeutschen Kameramännern beantwortet: Was ist deine Waffe heute? Was für
eine Frage? Natürlich mein weichgefahrenen 160er mit
der Hurricane-Jani-Version drunter und mein
ultimatives 11er von „The Loft“. Prompt gab es dann
einen Lichtblick im ersten Rennen. Als einziger Backbordstarter pflügte ich
durch die Startlinie mit Kurs Richtung Strand. Kurz vor 80cm Wassertiefe
gewendet, angelegt und in der Banane zur Luvboje. 2ter oben bedeutet aber nicht
gleich auch unten am Boot. Man lernt nie aus, sagte schon meine Oma. Ich fand
meine Downwind-Performance eigentlich gar nicht
schlecht, aber nur 5ter hier bei Claudio vor dem Boot, ist doch enttäuschend.
OK, direkt hinter dem Mann mit dem Hut, das ist ja eigentlich nicht schlecht.
Also bis nach oben wieder hinhalten. Irgendwie will es aber nicht so wie auf
der ersten Runde. Da kommt die Marke und noch mal sind drei durch gegangen.
Wenn das so weiter geht, besaufe ich mich heute abend ;-). Endlich auf Downwind-Entspannungskurs.
Nichts wie weg hier, hinter mir die neuesten Effzweis
und one-sixty-ones... Endlich im Ziel, TOP TEN, chaka. Eigentlich schon das Tagesziel erreicht. Für mich
geht es hier nicht um das Gewinnen, eigentlich möchte ich nur mal die 08er
Nullserien-Segel während eines Rennens testen und eventuell noch ein paar
Änderungen einbringen. 1-zu-1 Test sind zwar auch
aufschlussreich aber eben nicht so richtig wie im wahren Leben.
Nun wird das nächste
Rennen sofort Back-to-Back gestartet. Keine Zeit das
Segel zu wechseln, na Spitze. Wind nun etwas mehr, zu mindestens gefühlt.
Starte mal wieder auf Porttack (for
the german speaking audience – Backbord),
ich glaube jetzt haben es auch die Anderen mitbekommen das mit einer
Bananenkreuz das halbe Rennen bestimmt wird. Sprechen wir lieber nicht mehr
über das was dann kam, Höhelaufen immer in komischen Heckwellen und
Windbedingungen bedeutet hier nach 2 Runden schön durchgereicht geworden zu
sein. Eine kurze Pause in der der Wind mich wohl ärgern wollte. Auf dem Weg zu
Startlinie dann wieder die üblichen 20 Knoten. Bei 1:30 frage ich Claudio auf
dem Schiff nach dem Wind, nur zu Info – 24 Knoten. Ich denke nur an das 9.5,
welches im Materialzelt vor sich hin schlummert. Verdammt, verwachst würde man
im Schisport sagen. Also das ganze Spiel wieder, zweimal hoch zu Marke,
runterkämpfen und als 20ter finishen.
Ist halt irgendwie was anderes als auf nationalen Wettkämpfen, das Feld liegt
nah bei einander. Ein Fehler und gleich 10 Plätze nach hinten. Aus Erfahrung
wird man klug. Perfekte Wenden und Starts sowie Materialabstimmung sind ein
Muss für vordere Plätze. Vielleicht helfen da ja die kostenlosen Drinks zweier
USCHIS aus Köln um den Frust zu verdrängen. ;-)
Morgen wird alles besser, ich verspreche es.
Also dann ,
hasta manaha,
Andy
Euro
Cup Portimao 2007 Final Results Overall
Euro
Cup Portimao 2007 Final Results Light Weight category
Euro Cup Portimao 2007 Final Results
Master
Formula
Windsurfing Euro-Cup Portimao 2007 Report by Matthias
Regber Choppy Water