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Tandem News

21.10.2019 - Bericht - Tandem-Europameisterschaft, Almere

Almere? Da fragen wir Windsurfer erst mal, wo das wohl liegt. Es handelt sich um eine große Stadt in der Nähe von Amsterdam. Man fährt vom Autobahnring um Amsterdam (A1) auf der A6 eine Ausfahrt nach Norden, kommt bald über eine Autobahnbrücke, die das Markermeer (südlicher Teil des Ijsselmeeres) vom Goiimeer trennt und blickt rechter Hand von der Brücke aus schon auf das Surfrevier von Almere.

 

Dort wurde vor zwei Jahren ein kleines Leistungszentrum nur für Windsurfer aufgebaut. Es liegt an der Basis einer Halbinsel und hat alles, was man sich nur wünschen kann. Ein sehr gemütliches Clubhaus wird ganztägig bewirtschaftet und hat ein tolles Angebot zu sehr günstigen Preisen. Das Zentrum ist einfach aber sehr praktisch aufgebaut. Sanitäre Anlagen, Lager etc. alles in unmittelbarer Nähe zum Wasser. Sehr angenehm sind große Wiesen am Ufer. Es ist sogar ein Sandstrand mit einer Palme vorhanden. Wir hatten viel Platz und sogar Strom für die Wohnmobile.
Die Wasserfläche hat mehr Binnensee-Charakter als das IJsselmeer oder Markermeer. Man kann nicht endlos ins Nirwana abtreiben. Trotzdem hat das Goiimeer mit seiner reisigen Fläche auch besonders wegen der möglichen hohen Wellen auch einen leicht maritimen Charakter.
 
Ein ganz besonderes Highlight der Veranstaltung war die Vorstellung des neuen teilbaren TD 580 durch Georg Lechner (Österreich) persönlich. Er demonstrierte, wie man ohne Hilfe alleine das Tandem in 5 Minuten zusammensetzen kann!
Das Board wurde dann sogar in der Regatta einem ersten Härtetest unterzogen, den es problemlos bestand.
 
Der erste Tag:
Der Wind war leicht und drehte ein wenig. Beim Start zur ersten Wettfahrt lag die Raumtonne unvermittelt im Windschatten der Halbinsel. Nach einem selbstverschuldeten Fehlstart mussten Hoffmann/Maucher zurück und neu starten. Die Aufholbemühungen endeten in der Flaute um die Raumtonne. Dem Topfschlagen entkamen Reimann/Hoekzema zuerst und gingen in Führung. Überraschung war der dritte Platz von Grosse-Holz/Bach auf einem Windglider.
Anna-Lena Otte und Philipp Oesterle waren aus beruflichen Gründen an diesem ersten Tag nicht am Start. Ein zweiter Lauf kam an diesem Nachmittag nicht zustande, weil der Wind völlig einschlief.
 
Der zweite Tag:
Richtig harter Wind schon am frühen Morgen. Da das Regattacentrum bei Ostwind im Winschatten liegt, konnte man die Verhältnisse "draußen" leicht unterschätzen. Es blies dort mit 25 Knoten und mehr. Die Wellen waren hoch und steil. Ganz, ganz heftige Bedingungen. Es war etwa so wie vor zwei Jahren in Medemblik, als die Regatta aus Sicherheitsgründen abgebrochen werden musste. Der bedauernswerte Wettfahrtleiter wurde schlimm seekrank und die Ankerleinen konnten das Startschiff im sandigen Untergrund nicht halten. Reimann/Hoekzema mussten abbrechen und schieden aus. Ein weiteres Team tat es ihnen gleich. Andere blieben gleich an Land. Philipp Oesterle und Anna-Lena Otte kamen mit 7,5er und 8,5er Segeln gut um das Dreieck. Großartige Fahrt! Hoffmann/Maucher (9,5er/8,5er Segel) und das holländische Team Brüll/Heinen kamen mit Rückstand auf die Plätze vor Grosse-Holz und Bach. Dabei ging es auf den Plätzen 2-4 eng zu. Die Raumschenkel wurden mit abenteuerlicher Geschwindigkeit gerast. Die TD 580 gingen bei eingeklappten Schwertern super.  Es war für alle harte Arbeit, nach diesem Kraftakt noch ohne fremde Hilfe zum Regattacentrum zurück zu segeln. Jede Wende und jede Halse wurden zum Risiko. Man brauchte bis zu 10 Minuten um ein einmal entglittenes Segel wieder aus dem Wasser zu ziehen.

 

Alle gingen jetzt von einem Abbruch der Veranstaltung aus. Das hätte natürlich bedeutet, dass schon wieder keine Wertung zustande kommen würde. Deshalb wagte sich Wettfahrtleiter Thorsten Wöll noch einmal raus. 5 Teams folgten ihm.

 

Diesen dritten Lauf wird mit Sicherheit niemand vergessen, der dabei war. Das Paderborner Team half Hoffmann/Maucher mit einem 7,5er Segel aus, sodass es mit einer 8,5er/7,5er - Kombination vorsichtig "auf ankommen" taktieren konnte.

 

Draußen in der hohen Welle war die Trapezbenutzung nicht unproblematisch. Zumindest der Autor dieses Berichtes hat alles wie früher in der 70er Jahren, als Trapeze noch nicht erlaubt waren, "aus der Hand" gesegelt und ständig mit "aufmachen" und Druck abbauen das Tandem in den Wind schießen lassen. Das musste dann der Hintermann blitzschnell durch ebenfalls "aufmachen" kontern. In den Wind durfte das Tandem nämlich auf keinen Fall schießen. Ein Leewatsche hätte totsicher einen Sturz und das Ende des Laufes bedeutet. Für das in der Gesamtwertung führende Team reichte diese Technik nach erneut unfassbar rasendem Raumschot-Segeln zur sicheren Ankunft. Bas Brüll siegte den dritten mit Partner Frank Heinen klar von Grosse-Holz und Bach. Etwas enttäuscht waren Philipp Oesterle und Ana-Lena Otte, die mit ihrem dritten Platz in diesem Lauf das Podium der Endabrechnung punktgleich knapp verpassten.
 
Ergebisse:

  1. Markus Hoffmann / Alex Maucher (TD 580 Lechner)
  2. Andreas Grosse-Holz / Nils Bach (Windlider)
  3. Bas Brüll / Frank Heinen (TD 580 Indupol)
  4. Anna-Lena Otte / Philipp Oesterle (TD 580 Lechner)
  5. Matthias Reimann / Dirk Hoekzema (TD 580 Lechner)
  6. Peter van As / Bas Brüll (TD 580 Indupol)
  7. Thomas Hackmann / Günter Becker (TD 580 Lechner, zweiteilig)
  8. Marten de Wilde / Floris Emke (Eigenbau)
  9. Nicole Skodda / Onne Hoekzema /TD 580 Indupol)
  10. Peter Vernet / Roos Bouhuis (Eigenbau)

Bericht Alex Maucher

Podestfoto und Teilnehmerfoto von Julia Reipke
Auf dem Wasser: Anna-Lena Otte und Philipp Oesterle

20.08.2019 - Bericht Tande-Regatta Tenderingsee

An den 18. August werden sich die Teilnehmer noch eine Weile erinnern. Samstags war noch herrliches Wetter mit Sonne und viel Wind. Am Sonntagmorgen war das Wetter dann maximal beschissen.
Kein Lüftchen regte sich und es regnete kräftig. Die Vorhersage ließ keine Änderung bis zum Mittag erwarten. Wettfahrtleiter Thorsten Wöll bildete rasch eine WhattApp-Guppe und ließ diskutieren, ob das Event abgesagt werden sollte.

 

Alle waren dafür. Es ergab sich aber ein Problem, weil ein Kollege, der aus Bamberg anreiste, nicht zu erreichen war. Das gab den Ausschlag. Niemand wollte, dass einer nach langer Anfahrt am See niemanden vorfinden würde.
Also kamen alle. Von 11 Uhr an machten man es uns vor und im Clubhaus des TV Bruckhausen bei guter Verpflegung bequem. Dauerregen, kein Lüftchen regte sich. Um 14 Uhr kam der von "Windfinder" prognostizierte Wechsel.
Es wurde langsam heller, der Regen hörte auf. Man machte langsam die Boards und Riggs fertig. Das warme Essen und das Kuchenbüffet wurden ausnahmsweise nicht erst nach der Siegerehrung aufgetischt sondern vor der ersten Wettfahrt. Es war ja jedem klar, dass es spät werden würde.  Um 15 Uhr ein letztes Skippers Meeting, um 15.30 Uhr gingen alle aufs Wasser und bei sehr angenehmen 10-12 kn Wind wurden bis 18 Uhr vier prima Läufe back-to back durchgezogen. Es kam sogar die Sonne raus.

 

Dirk Hoekzema und Matthias Reimann gewannen nicht ganz unerwartet drei Läufe, Thomas Kleine und ich einen. Die Entscheidung über Platz drei fiel erst in der letzten Wettfahrt. Thomas Hackmann / Günter Becker waren punktgeich mit Onne Hoekzema/ Heinrich Herz. Bei Punktgleichheit entschied der letze Lauf für Thomas und Günter.
Zwei Teams hatten sich vom Wetter abschrecken lassen.
 
Ergebnis:

  1. Dirk Hoekzema / Matthias Reimann (TD 580) 5 Pkte.
  2. Thomas Kleine / Alex Maucher (TD 580) 7 Pkte
  3. Thomas Hackmann / Günter Becker (WG) 14 Pkte
  4. Onne Hoekzema / Heinrich Herz  (Shark) 14 Pkte